Statement von Marlene Streeruwitz

Punkt.

Wenn Landeshauptleute beurteilen, was Kunst ist und was nicht, dann liegt ein Rückschritt vor, der zumindest in die 50er und 60er Jahre zurückführt.

Die Einführung von Beiräten, die vollkommen autonom eine solche Beurteilung vornahmen, war mit eine Entwindung aus den Zensurverhältnissen politisch dunkelster Zeiten. Aber. Wenn die Kunst der Verfassung folgend frei ist, dann kann kein Landeshauptmann, dann darf kein Politiker überhaupt, eine solche Wertung vornehmen. Der Künstler und die Künstlerin stellen jene Instanz dar, die in der Schaffung des Werks die verfassungsversprochene Freiheit dieses Werks zur Erscheinung bringen. Die, ohnehin dann insgesamt nicht zulässige Beurteilung, ob ein Werk nun diese Freiheit zur Erscheinung bringt und daher Kunst genannt werden soll, kann - prekärerweise - ohnehin nur am fertigen Werk vollzogen werden. Bevor das Werk entstanden ist, kann also diese, auch schon falsche Beurteilung nicht getroffen werden. Auch von einem Landeshauptmann nicht. Was sich als absurd herausstellt, sind die Einreichungen, die von einem Politiker weitergedacht, in dem Denken dieses Politikers keine Kunst werden können, weil dieser Politiker kein Künstler ist. Imgrund ist damit jede Einreichung keine Kunst, weil der Entwurf nicht nach-gedacht werden kann. Eine vollkommen andere Förderung ist notwendig. Eine Kunstförderung, die wiederum die Freiheit an sich zum Ziel hat und nicht die angepaßten Dekorationen, die die Politiker sich vorstellen können.
Was sich auch herausstellt ist, daß die postbürgerliche Hegemonie die Freiheit der Kunst nicht verteidigt und damit einmal mehr den Raum eines Demokratischen selbst verkleinert. Es ist halt eine der Aufgaben der Demokratie, Freiheit zu verteidigen und es ist durchaus logisch, daß das gegen eine Partei erfolgen müßte, die sich "freiheitlich" nennt und die damit die Freiheit in ein Adverb verdreht, daß nur noch eine zur Disposition gestellte Beschreibung der Handlung des Verbs ist und nicht mehr das Ziel selbst.
Kunst. Das ist eine Intention die Wahrheit zu finden. Die Suche nach der Wahrheit einzuschränken ist eine Intention des Autoritären und darin antidemokratisch.
Um das alles festzustellen, muß niemand, darf niemand einen Entwurf beurteilen. Und. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß Freiheit in einer Abgrenzung zu Freiheitlichkeiten verteidigt werden muß.
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