Die Wachschatten

Idee
Die Wachschatten sind eine Institution zur Gewährleistung verlorengegangener Werte wie Recht und Ruhe, Sauberkeit und Sitte und vor allem Ordnung. Die Wachschatten sind Vorboten eines neuen Konservatismus. Wir beobachten diejenigen, die uns beobachten. Wir kontrollieren diejenigen die uns kontrollieren. Wir beschatten die Stadtwache.

Ziel
Die Wachschatten wollen den Linzer EinwohnerInnen durch ihr radikal konservatives Agieren, die Absurdität, wie die Konsequenzen eines überzogenen Sicherheitsbedürfnisses vor Augen halten. Das Verhalten der Wachschatten soll zu einer kritischeren Auseinandersetzung gegenüber staatlicher Sicherheits- und Überwachungspolitik anregen. Schwindende Werte wie Privatsphäre und Zivilcourage sollen auf diesem Weg wieder an Bedeutung gewinnen.

Motivation
Wie salonfähig ist mittlerweile das Abgeben von ziviler Verantwortung an exekutierende Amtspersonen? Wie wirkt sich die Arbeit der Linzer Stadtwache auf die Zivilcourage der Linzer Bürger aus? Welche vergleichbaren Entwicklungen fi nden sich in der Geschichte? Diese und ähnliche Fragen stehen im Fokus unserer Bemühungen.

Mit dem Beschluss zur Einführung einer Stadtwache setzt die Linzer Politik eine weitere Maßnahme zum Thema Sicherheit in Linz. Damit ist die Linzer Stadtwache ein kleiner Teil einer großen internationalen Entwicklung, die sich mehr auf die Überwachung des Bürgers konzentriert, als auf dessen Rechte. Dem subjektiven Sicherheitsgefühl einer Bevölkerung wird mehr Gewicht geschenkt, als belegbaren Kriminalstatistiken. Präventivmaßnahmen werden im Exekutiv-, anstatt im Sozialwesen gesetzt.

Die Wachschatten spiegeln mit ihrem konservativen Auftreten und ihren strengen Ansichten in politischer wie sozialer Hinsicht, ein mögliches Zukunftsszenario. Wenn die Stadtwache ein Teil einer voranschreitenden Bürgerüberwachung und -kontrolle ist, so sind die Wachschatten die Radikallösung. Die Wachschatten unterscheiden sich klar von klassisch-konfrontativen Taktiken linker Gruppen. Sie sind mit ihren Forderungen einen Schritt radikaler als die Befürworter der Stadtwache und bieten diesen damit weniger Angriffsfläche.

Dieses Extremverhalten soll Bürger zu einer kritischeren Auseinandersetzung gegenüber staatlicher Sicherheits- und Überwachungspolitik anregen.

Projektaufbau
Die Wachschatten verstehen sich als Institution zum Schutz der Bürger. Die Wachschatten werden die Stadtwache auf ihren Streifzügen und Amtshandlungen als stille Beobachter begleiten. Sie stehen als stille, aber stets präsente Erinnerung an unsere Werte Recht und Ruhe, Sauberkeit und Sitte und vor allem Ordnung.

Die Mission der Wachschatten gliedert sich in drei Abschnitte.
• Die Bestandsaufnahme
• Das Wachschatten
• Die Publikation

Die Kommunikationsmittel der Wachschatten:
• Infostand und direkte Bürgerbefragung in allen Linzer Stadtteilen
• Homepage „www.wachschatten.at“, Blog, Facebook, Twitter
• Öffentliche Ankündigungen und Plakataktionen
• Einladung und Betreuung von „Gastschatten“

1. Teil – Bestandsaufnahme
Die Stadtwache kommt, noch weiß man nicht in welcher Form. Dieser groben
Informationslücke wollen die Wachschatten Abhilfe schaffen. In Befragungen und
Gesprächen mit PolitikerInnen, Exekutive und Bürgern werden Fakten, Wünsche,
Befürchtungen und Ziele zur Linzer Stadtwache eruiert. Diese werden mittels Fragebogen an unseren Infoständen oder mittels aufgezeichneter Interviews (Bild/ Ton,Foto) durchgeführt.

Interviews:
Folgende Personen/ Instanzen sind für Interviews vorgesehen:
• Bürgermeister Franz Dobusch
• Stadtrat Detlev Wimmer
• Linzer Polizeisprecher Erwin Fuchs
• Je ein Vertreter der anderen Linzer Stadtparteien
• Vertreter der Securitas Linz Ing. Peter Mair, Regionalleiter Linz
• Vertreter der Ordnungswache Wels
• Vertreter der Abteilung für theoretische
• Soziologie und Sozialanalyse der JKU Linz Vertreter diverser Sozialvereine in Linz (B37, I.S.I Streetwork, etc.)

Fragebögen:
Die Wachschatten werden sich mit ihrem Infostand in jedem Linzer Stadtteil
positionieren und an die Bürger Fragebögen zu den Themen Recht und Ruhe, Stadtwache und Sicherheit, Sitte und Sauberkeit und vor allem Ordnung, austeilen. Folgende Inhalte werden Teil der Befragung sein:
Was sind ihre Erwartungen an die Stadtwache? Welche Kompetenzen soll die Stadtwache haben (Vergleich Polizei)? Wie finden Sie Detlev Wimmer als Leiter
dieses Sicherheitsressorts? Wo soll die Linzer Stadtwache eingreifen? Wie soll die Linzer Stadtwache ausgerüstet sein? Welche Ausbildung sollte die Stadtwache haben...? Welche charakterlichen Eigenschaften sollte die ideale Stadtwache haben? Würden Sie sich bei der Stadtwache bewerben? usw.

Zusätzlich werden die Wachschatten:
• an Pressekonferenzen zum Thema Linzer Stadtwache teilnehmen.
• Recherche in anderen Städten zum Thema Stadtwache durchführen.
• Die genauen Rechte der Linzer Stadtwache zusammentragen und veröffentlichen.
• Sich inkognito als Stadtwache bewerben, oder einen Bewerber porträtieren.

Das Ergebnis dieser Befragungen werden in der Publikation „Die Wachschatten - Band 1“ veröffentlicht.

2. Teil – Das Wachschatten
Wer beobachtet diejenigen, die beobachten?
Wer kontrolliert diejenigen, die kontrollieren?

Das Wachschatten:
Ein Wachschatten-Team besteht aus mindestens zwei geprüften Wachschatten.
Die Aufgabenbereiche sind klar verteilt. Wachschatten #1 ist für die schriftliche Aufzeichnung zuständig, Wachschatten #2 hält alles Relevante auf Video fest. Der Gastschatten kann in der Wahl seiner Aufzeichnungsmittel frei wählen. Jeder zusätzliche Wachschatten wird mit Sonderaufgaben wie z.B. Guzis an Kinder und Hunde verteilen betraut. In gebührendem Sicherheitsabstand erfolgt dann das engagierte Wachschatten der Stadtwache. Wöchentlich wird das Ergebnis dieser Aufzeichnungen auf Blog und Homepage präsentiert.
Wie werde ich ein Wachschatten?
Jeder der den Wachschatten beitreten möchte, muss sich einer Gewissensprüfung unterziehen. Geprüft werden das ehrliche Bekenntnis zu Recht und Ruhe, Sauberkeit und Sitte und vor allem Ordnung und der unerschütterliche Glaube an Recht und Ruhe, Sauberkeit und Sitte und vor allem Ordnung.

Was ist ein Gastschatten?
Wir bieten die Möglichkeit, Außenstehenden diese sensible Thematik näherzubringen. Als sogenannter „Gastschatten“ hat jeder Freiwillige die Möglichkeit, mit den erfahrenen Wachschatten mitzugehen, und sich unter fachkundiger Anleitung, ein Bild der Arbeit der Stadtwache zu machen. Interessierte dürfen sich auf der Wachschatten- Homepage anmelden. Es gilt das Wartelisten- Prinzip. In Zusammenarbeit mit der Stadtwache, werden Zeit und Treffpunkt für den Start des Kontrollgangs vereinbart

Warum Plakate?
Um die BürgerInnen von Linz ausreichend über die Arbeit der Stadtwache zu informieren, werden unter dem Titel „Der Wachschatten informiert:“, Plakate in Strassenbahnen, an Haltestellen, bei Behörden, etc. veröffentlicht. Diese Plakate geben regelmässig Information und Anleitungen, wie die Stadtwache ihre Arbeit noch konsequenter, und im Sinne einer ordentlichen BürgerInnenkontrolle ausüben soll.

Die Ausrüstung der Wachschatten?
• Stirnbandkamera mit Mikrofon
• Notizbücher und Stifte
• Sonnenbrille + Sonnencreme
• Leckerli für Kinder und Hunde
• Luftballons oder Puste-Fix
• Erste-Hilfe-Bag

3. Teil - Publikation
Die Erfahrungen aus sechs Monaten Auseinandersetzung zum Thema
Linzer Stadtwache, werden klar in drei Druckwerken präsentiert:

Band 1: Bestandsaufnahme
Band 2: Wachschatten
Band 3: Zusammenfassung

Diese können im Zuge eines Kepler Salons zum Thema Stadtwache/ Überwachung
präsentiert werden. Das Ergebnis der Befragungen, Interviews, Erwartungen,
Hoffnungen, Ziele, Statistiken wird als 3-teiliger Sammelband an PolitikerInnen, Soziale Vereine, Vertreter der Stadtparteien und Interessierte übergeben. Des weiteren erfolgt die Präsentation auf Homepage und Blog. Die Bände stehen auf der Homepage als freier Download zur Verfügung.

Budget:

Infrastruktur allgemein
Domainkosten www.wachschatten.at € 31,68
Programmierung Homepage/ Blog € 1000,00
Gestaltung/ Grafi kdesign € 1200,00
Infostand (Miete/ Kauf/ Bau, inkl, Druck von Banner) € 550,00
Öffentliche Ankündigungen (Flugblätter, Material., Kopien, Plakate) € 350,00
Fotodokumentation (Material, Arbeitszeit) € 750,00
Projektleitung, Öffentlichkeitsarbeit (90h à € 28,08 )€ 2572,20
Bürokosten € 200,00
Allfälliges/ Reserve € 350,00

Teil 1 - Bestandsaufnahme
Stunden BürgerInnenbefragung (50h à € 28,08) € 1404,00
Stunden Interviews PolitikerInnen, etc. (10h à € 28,08) €280,80
Stunden Infostand (20h à € 28,08) €561,60
Zusammenfassung, Dokumentation (30h à € 28,08) € 842,40

Teil 2 - Das Wachschatten
Uniform € 850,00
Equipment € 642,80
Umfragebögen € 140,00
Stunden Wachschatten (45h à € 28,08 (3h /Tag, 15 Tage) )€ 1263,60
Haftpfl ichtversicherung € 150,00

Teil 3 - Publikationen
Gestaltung/ Grafi kdesign Band 1-3 € 700,00
Druckkosten Band 1-3, 3 x 100 Stk. à € 11,93 € 1232,00
(20x20cm, Hardcover-Bindung US:unbedruckt, Kern: 38-seitig, 4/4, K: 120g CC 100 Stk.: € 1.119,34/ € 11,93)

Gesamtsumme 14676,00 €

Biografie:
Ulrike Hager
Abgeschlossene HTL für chemische Betriebsttechnik; Studium an Bruckneruni Linz/
Bühnentanz und Tanzpädagogik und an der Hogeschool voor de Kunsten Amsterdam / New Dance Development; nationale und internationale Engagements als Tänzerin und Choreographin in den Bereichen Tanz, Theater und Performance. Seit 2009 Mitglied der Künstlergruppe Social-Impact. Referentin zum Thema „Braucht Linz eine Stadtwache?“ am 24.2.2010, Podiumsdisskusion von den
Grünen Linz Bisherige Projektleitung: 2009: Ausblenden - Überwachungsfreie
Touren durch die Stadt www.ausblenden.net

Christian Korherr
Arbeitet seit zwölf Jahren als freier Grafi kdesigner für Magazine, Designagenturen und Kulturinstitutionen in Österreich und Deutschland. Mitbegründer und Organisator des österreichischen Daumenkinofestivals „Flipt!“; Seit 2009 Mitglied der Künstlergruppe Social-Impact und Ensemblemitglied der Integrativtheatergruppe „kuk-theater“ (PromenteOÖ). Bisherige Projektleitung/ Arbeiten zum Thema: 2005: Flipt! #1 - 1. Österreichisches Daumenkinofestival 2007: Flipt! #2 - 2. Österreichisches Daumenkinofestival 2008: Modern Talking - RFID-Chips auf Reisen (Gestaltung Infovideo) 2009: Ausblenden – Überwachungsfreie Touren durch die Stadt www.ausblenden.net

© Februar 2010, Projekteinreichung KUPF „Die Wachschatten“
Ulrike Hager/ Christian Korherr

Eine Projekt von Social-Impact.
Konzept & Umsetzung:Ulrike Hager und Christian Korherr

wir kontrollieren diejenigen, die uns kontrollieren

Habt Ihr was zu verbergen, weil Ihr Euch kontrolliert fühlt?

Der Ordnungsdienst ist zB dazu geschaffen worden, um das subjektive Sicherheitsempfinden der Linzer zu heben (nein - das hat jetzt nix mit Verbrechensraten zu tun!).

LG ein Befürworter des Ordnungsdienstes

Verschlossene Türen

Zuerst sei gesagt, ich teile Ihre Meinung das die Stadtwache nicht gebraucht bzw nicht durchgeführt werden sollte, da hier falsche Ängste geschürt werden.
Sie gehen meiner Meinung jedoch den falschen Weg, den mit Kunst im ALLGEMEINEN SINN (herkömmichen, weitläufigen...etc...wie man es auch nennen will) hat Ihre Kampagne wenig zu tun.
Warum sollte ein Projekt von einer Institution gefördert werden, mit der es nichts zu tun hat?
Sie wollen aufregen, etwas bewegen, aber SO werden Sie zwangsläufig nur Kritik ernten.
So sind Sie nicht mehr als Revoluzzer, die gegen eine verschlossene Tür trommeln und sich wundern, warum diese nicht aufgeht.
Und eins sei auch noch gesagt: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es den "Stadtwächtern" dabei ergeht, wenn sie andauernd verfolgt werden? Oder können sich die etwa IHRE Bewachung aussuchen?!

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